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Linux Mint 22.3 „Zara"
stabil, klassisch, ohne Snap.

Linux Mint baut auf Ubuntu LTS auf, macht aber drei wichtige Dinge anders: kein Snap-Zwang, klassische Desktop-Bedienung, weniger Push-zu-Cloud. Was die aktuelle Version 22.3 mitbringt, welche Editions wann Sinn machen, und wo unser Mint-Mirror dazupasst.

Was Linux Mint ist

Linux Mint ist eine Linux-Distribution, die seit 2006 vom Mint-Team rund um Clément Lefèbvre entwickelt wird. Sie baut auf Ubuntu LTS auf – aktuell Ubuntu 24.04 LTS „Noble Numbat" – und ergänzt diese Basis um eigene Werkzeuge, einen klassischen Desktop und eine bewusst konservative Update-Politik.

Wer Mint und Ubuntu nebeneinander nutzt, merkt schnell: dieselbe Paketbasis, andere Philosophie. Mint will nicht avantgardistisch sein, sondern verlässlich. Genau das macht es zur ersten Wahl für Windows-Umsteiger und für alle, die ein stabiles Desktop-Linux für die tägliche Arbeit brauchen.

Aktuelle Version: Linux Mint 22.3 „Zara"

Eigenschaft Wert
Version 22.3 „Zara"
Release April 2026
Ubuntu-Basis Ubuntu 24.04 LTS „Noble Numbat"
Support bis April 2029
Kernel-Optionen 6.8 LTS (Standard) oder 6.14 HWE (neue Hardware)
Desktop-Standard Cinnamon 6.4 (mit X11 + Wayland-Tech-Preview)
Init-System systemd

Die 22er-Reihe wird bis 2026 die gleiche Paketbasis behalten, sodass Updates zwischen 22.0, 22.1, 22.2 und 22.3 trivial sind – ein bewusstes Design-Prinzip des Mint-Teams. Linux Mint 23 ist für Ende 2026 geplant und wird auf Ubuntu 26.04 LTS aufbauen.

Die vier Editions im Vergleich

Mint Cinnamon

Das Flaggschiff. Cinnamon ist der vom Mint-Team entwickelte Desktop, der Windows-Umsteigern besonders entgegenkommt: Start-Menü unten links, Taskleiste mit Schnellstartern, Datei-Manager Nemo. Aktuell läuft Cinnamon auf X11, eine Wayland-Variante ist in der Tech-Preview-Phase.

Cinnamon ist unsere Standard-Empfehlung für Desktop-Arbeitsplätze, vor allem für Windows-Umsteiger und alle, die einen klassischen Desktop schätzen.

Mint MATE

Eine Fortführung des klassischen GNOME-2-Desktops. Wer schon vor zehn Jahren gerne mit GNOME 2 oder dem alten Linux Mint gearbeitet hat, fühlt sich sofort zu Hause. Sehr stabil, sehr konservativ.

Mint XFCE

Die ressourcenschonendste Variante. XFCE läuft auch auf älterer Hardware noch flüssig und ist die richtige Wahl für betagte Laptops oder Office-Maschinen, die nicht ersetzt werden sollen. Etwas weniger Eye-Candy als Cinnamon, dafür flotter im Boot- und Login-Vorgang.

LMDE 6 „Faye" – Linux Mint Debian Edition

LMDE basiert nicht auf Ubuntu, sondern direkt auf Debian Bookworm. Das ist die Versicherung des Mint-Teams für den Fall, dass Ubuntu sich strategisch in eine Richtung entwickelt, die mit Mint nicht mehr vereinbar ist (z. B. verstärkter Snap-Zwang). Aktuell ist LMDE keine Standard-Empfehlung für neue Nutzer, weil das Software-Angebot etwas kleiner ist als unter der Ubuntu-Basis. Wer aber eine reine Debian-Basis schätzt oder sich gegen Ubuntu-Strategiewechsel absichern will: LMDE ist eine ernsthafte Option.

Mint vs. Ubuntu – ehrliche Gegenüberstellung

Beide Distributionen teilen die gleiche Paketbasis. Die Unterschiede liegen in der Philosophie und im Auslieferungszustand:

Aspekt Linux Mint Ubuntu
Standard-Desktop Cinnamon (klassisch) GNOME (modern)
Snap-Pakete Standardmäßig deaktiviert Aktiv genutzt (z. B. Firefox als Snap)
Update-Politik Konservativ, manuell freigeschaltete Klassen Aggressiver, schnellere Major-Sprünge
Cloud-Anbindung Minimal, kein Account-Zwang Ubuntu Pro, Snap Store, Livepatch
Server-Edition Nicht vorhanden Ubuntu Server (Standard)
Kommerzieller Träger Community-Projekt mit Spendenfinanzierung Canonical Ltd. (Britisches Unternehmen)

Wann Mint statt Ubuntu?

  • Windows-Umstieg.Cinnamon-Bedienung ist Windows-Anwendern unmittelbar vertraut.
  • Klassische Office-Arbeitsplätze.Wer hauptsächlich Browser, Office, E-Mail, Dateiverwaltung nutzt, gewinnt mit Mint.
  • Snap-Skeptiker.Wer keine sandboxed Snap-Pakete will (Performance, Update-Verhalten, Telemetrie), ist mit Mint richtig.
  • UI-Stabilität wichtig.Mint-Cinnamon ändert sich langsam und planbar, GNOME bei Ubuntu öfter.
  • Kein Cloud-Konto-Zwang.Mint installiert ohne Cloud-Anbindung, ohne Pro-Werbung im Update-Manager.

Wann Ubuntu statt Mint?

  • Server-Einsatz.Mint hat keine Server-Edition. Für Web, Mail, Container ist Ubuntu Server (oder Debian) die richtige Wahl.
  • Konzern-Compliance.Ubuntu Pro liefert ESM, Livepatch, Compliance-Zertifizierungen. Mint kann das nicht abdecken.
  • Bleeding-Edge-Software.Wer immer die neueste Version braucht (z. B. CUDA, ROCm, neue Kernel-Treiber), ist mit Ubuntu schneller dran.
  • Standardisierung mit Ubuntu-Stack.Wenn andere Komponenten im Setup Ubuntu erwarten (z. B. spezifische Dokumentation, Hersteller-Support), ist Ubuntu die Standard-Erwartung.

Hardware-Anforderungen

Linux Mint ist anspruchslos:

  • Cinnamon2 GHz Dual-Core, 4 GB RAM, 25 GB Speicher empfohlen
  • MATE1 GHz, 2 GB RAM, 20 GB Speicher genügen
  • XFCE1 GHz, 2 GB RAM, 20 GB Speicher – läuft sogar auf 10 Jahre alten Geräten

Wer zweifelt, ob die eigene Hardware mitspielt: ein Live-USB-Stick mit Mint bootet das System ohne Installation. So sieht man in 15 Minuten, ob WLAN, Sound, Bildschirm-Auflösung, Trackpad und Drucker funktionieren.

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