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Ratgeber

Ubuntu Server Backup: so sicherst du deinen Server richtig

Für ein Ubuntu Server Backup legst du fest, was gesichert wird, wie oft und wohin, und prüfst regelmäßig, ob sich die Sicherung zurückspielen lässt. Die Ubuntu-Dokumentation nennt rsnapshot für einzelne Server, Bacula für mehrere Systeme und eigene Skripte für besondere Fälle. Datenbanken sicherst du zusätzlich mit einem Dump.

Zwei Rackserver in einem kleinen Serverraum, daneben ein Koffer für Festplatten auf einem Regal
Bild: KI-generiert

Ein Server ohne funktionierende Sicherung ist ein Risiko, das man erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Eine defekte Festplatte, ein falscher Befehl, ein Update, das schiefgeht, oder Schadsoftware, die Dateien verschlüsselt: In allen Fällen entscheidet die letzte gute Sicherung darüber, wie viel verloren ist. Diese Seite zeigt, wie du ein Backup für Ubuntu Server planst, welche Werkzeuge die offizielle Dokumentation nennt und worauf wir bei Servern unserer Kunden achten.

Der Plan vor dem Werkzeug

Die Ubuntu-Server-Dokumentation nennt vier Fragen, die ein Sicherungsplan beantworten muss: was gesichert wird, wie oft, wo die Sicherungen liegen und wie sie wiederhergestellt werden [1]. Wichtige Sicherungen sollen außerhalb des Standorts liegen, und mehrere Verfahren lassen sich für mehr Redundanz kombinieren [1]. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät allgemein, Daten regelmäßig zu speichern und extern zu sichern [3].

In unseren Projekten treffen wir regelmäßig auf Server, bei denen eine Sicherung zwar eingerichtet ist, aber auf derselben Festplatte liegt wie die Daten, seit Monaten nicht mehr läuft oder nie zurückgespielt wurde. Den Plan schreiben wir deshalb auf, bevor wir das erste Werkzeug installieren.

Was du sichern solltest

Bei einem typischen Webserver mit Ubuntu gehören drei Bereiche in die Sicherung. Der erste sind die Nutzdaten: Websites unter /var/www oder den Pfaden deiner Verwaltungsoberfläche, hochgeladene Dateien, E-Mail-Postfächer. Der zweite sind die Datenbanken, die du gesondert sicherst, weil eine Kopie der laufenden Datenbankdateien nach unserer Erfahrung nicht zuverlässig ist. Der dritte ist die Konfiguration unter /etc, also Webserver, PHP, Firewall, Cronjobs und Zertifikate.

Drei Aufbewahrungskisten ohne lesbare Beschriftung gestapelt auf einem Metallregal in einem aufgeräumten Keller
Bild: KI-generiert

Für /etc nennt die Dokumentation zusätzlich etckeeper, das den Inhalt des Verzeichnisses in einem Versionsverwaltungssystem ablegt [1]. Das ersetzt keine Sicherung, zeigt aber, wer wann welche Einstellung geändert hat. Das Betriebssystem selbst sichern wir meist nicht vollständig, weil sich ein frischer Ubuntu Server schneller installieren lässt, als ein komplettes Abbild zurückzuspielen. Bei virtuellen Servern kann ein Schnappschuss beim Anbieter die Sicherung ergänzen.

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Datenbanken richtig sichern

MariaDB bringt dafür mariadb-dump mit, das frühere mysqldump. Das Werkzeug erzeugt SQL-Anweisungen, mit denen sich Datenbanken, Tabellen und Inhalte später wieder anlegen lassen [4]. Für InnoDB-Tabellen sorgt die Option --single-transaction dafür, dass der Dump einen einheitlichen Stand abbildet, ohne die Anwendung zu blockieren [4]. Gespeicherte Prozeduren und Ereignisse sind ohne die Optionen --routines und --events nicht enthalten [4]. Den Dump legst du in ein Verzeichnis, das die Dateisicherung danach mitnimmt.

Werkzeuge: rsnapshot, Bacula und eigene Skripte

Die Ubuntu-Dokumentation nennt mehrere Wege [1]. rsnapshot sichert ein einzelnes System in regelmäßigen Schnappschüssen, lokal oder über SSH auf einen anderen Rechner, und eignet sich laut Dokumentation für Einzelpersonen und kleine Organisationen [1]. Bacula sichert mehrere Systeme über das Netz mit inkrementellen Sicherungen und ist für Unternehmen mit komplexeren Anforderungen gedacht [1]. Eigene Shell-Skripte bieten volle Freiheit, verlangen aber mehr Pflege [1].

WerkzeugPasst fürBesonderheit
rsnapshoteinzelne Server, kleine UmgebungenSchnappschüsse mit harten Links, lokal oder per SSH
Baculamehrere Systeme im Netzinkrementelle Sicherungen über das Netz
Shell-SkripteSonderfällevolle Kontrolle, mehr Pflegeaufwand

rsnapshot einrichten

Für die meisten kleinen Server nehmen wir rsnapshot. Installiert wird es mit sudo apt-get install rsnapshot, die Einstellungen stehen in /etc/rsnapshot.conf [2]. Ab Werk landen die Schnappschüsse unter /var/cache/rsnapshot/ [2]. Für unsere Kunden ändern wir das fast immer, denn ein Schnappschuss auf demselben Server schützt nicht vor dessen Ausfall. Sicherungen auf einen zweiten Rechner setzen einen SSH-Zugang ohne Passwortabfrage zum Zielsystem voraus [2].

In der Konfiguration legst du fest, wie viele Schnappschüsse je Stufe aufbewahrt werden. Das Beispiel der Dokumentation behält 6 tägliche, 7 wöchentliche und 4 monatliche [2]. rsnapshot nutzt harte Links, sodass unveränderte Dateien zwischen den Schnappschüssen nicht erneut Platz belegen [2]. Mit sudo rsnapshot configtest prüfst du die Schreibweise, mit sudo rsnapshot -t daily siehst du, was ein Lauf tun würde [2]. Für die Zeitsteuerung trägst du die Läufe in die Cron-Datei /etc/cron.d/rsnapshot ein [2].

Wohin mit den Sicherungen

Eine Sicherung braucht einen zweiten Ort. Das kann ein anderer Server in einem anderen Rechenzentrum sein, ein Speicherdienst oder ein Rechner im Büro, der die Daten über SSH abholt. Wir lassen den Sicherungsrechner die Daten möglichst selbst holen, statt dass der Webserver sie hinschiebt. Wird der Webserver kompromittiert, hat der Angreifer dann keinen Schreibzugriff auf die Sicherungen.

Zwei kleine Bürogebäude in der Dämmerung, über eine Wiese durch einen langen Kabelweg verbunden
Bild: KI-generiert

Liegen Sicherungen bei einem fremden Anbieter, verschlüsselst du sie vorher. Sie enthalten oft Kundendaten, Passwörter in Konfigurationsdateien und den kompletten Inhalt der Datenbanken. Prüfe außerdem, wie lange die Sicherungen aufbewahrt werden müssen und dürfen, vor allem wenn personenbezogene Daten darin stehen.

Sicherungen überwachen

Ein Cronjob, der nachts läuft, meldet sich nicht, wenn er scheitert. Eine volle Zielfestplatte, ein geänderter SSH-Schlüssel oder ein umbenanntes Verzeichnis reichen, und die Sicherung bricht wochenlang still ab. Wir richten deshalb bei jedem Server eine Benachrichtigung ein, die bei Fehlern eine E-Mail schickt, und zusätzlich eine Kontrolle, die Alarm gibt, wenn der letzte erfolgreiche Lauf älter als einen Tag ist. Die zweite Prüfung ist wichtig, weil ein Job, der gar nicht startet, auch keine Fehlermeldung erzeugt.

Außerdem lohnt ein Blick auf die Größe der Sicherungen. Wächst sie plötzlich stark, liegt vielleicht ein Protokoll oder ein Cache im gesicherten Bereich, der dort nicht hingehört. Schrumpft sie, fehlt womöglich ein Verzeichnis. Beides fällt in einer kurzen monatlichen Kontrolle auf, lange bevor die Sicherung gebraucht wird. Zur Kontrolle gehört auch die Frage, ob neue Websites, Datenbanken oder Postfächer, die seit der Einrichtung dazugekommen sind, in der Sicherung stehen.

Die Wiederherstellung testen

Die Dokumentation zählt die Frage, wie wiederhergestellt wird, ausdrücklich zum Sicherungsplan [1]. Ob eine Sicherung funktioniert, zeigt sich erst beim Zurückspielen. Wir spielen bei Kundenservern in regelmäßigen Abständen eine Sicherung auf einem Testsystem ein: Dateien zurück, Datenbank importieren, Website aufrufen. Dabei fällt auf, wenn ein Verzeichnis fehlt, ein Dump leer ist oder die Zugangsdaten zum Sicherungsrechner abgelaufen sind.

Technikerin um die dreißig schließt auf einem Prüftisch in einer Werkstatt einen Ersatzserver an
Bild: KI-generiert

Schreib den Ablauf der Wiederherstellung auf, Schritt für Schritt, und lege die Anleitung nicht nur auf den Server, den sie retten soll. Im Ernstfall arbeitet oft jemand unter Zeitdruck, der den Server nicht täglich betreut.

Backup und Härtung gehören zusammen

Eine gute Sicherung begrenzt den Schaden, eine gute Absicherung macht ihn unwahrscheinlicher. Wie du einen Ubuntu Server mit Firewall, SSH-Schlüsseln und fail2ban absicherst, steht im Ratgeber Ubuntu Server-Härtung. Welche Ubuntu-Versionen gerade unterstützt werden, zeigt die Übersicht Ubuntu Server 26.04 LTS und 24.04 LTS. Sollen wir Sicherung und Härtung für dich einrichten, findest du die Konditionen beim Linux-Server-Service. Ist der Server bereits ausgefallen, hilft der Server-Notdienst rund um die Uhr.

Du bist unsicher, ob deine Sicherung im Ernstfall reicht? Stell deine Frage in der gratis Sprechstunde, dort sehen wir uns deinen Plan gemeinsam an.

  1. Organisation Backups and version control. Canonical, Ubuntu Server documentation. Stand 2026. abgerufen am 30.10.2026
  2. Organisation How to install and configure rsnapshot. Canonical, Ubuntu Server documentation. Stand 2026. abgerufen am 30.10.2026
  3. Behörde Datensicherung und Datenverlust. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Stand 2026. abgerufen am 30.10.2026
  4. Organisation mariadb-dump. MariaDB Knowledge Base. Stand 2026. abgerufen am 30.10.2026

Häufige Fragen

Welches Backup-Werkzeug ist für einen einzelnen Ubuntu Server am besten?

Die Ubuntu-Dokumentation empfiehlt rsnapshot für einzelne Systeme und kleine Organisationen. Es erstellt Schnappschüsse lokal oder per SSH und spart mit harten Links Platz.

Reicht es, das Verzeichnis der Datenbank mitzusichern?

Nein. Sichere Datenbanken mit einem Dump, bei MariaDB mit mariadb-dump und der Option --single-transaction für InnoDB. So bekommst du einen einheitlichen Stand.

Wie oft sollte ich meinen Server sichern?

Das hängt davon ab, wie viele Daten du im schlimmsten Fall verlieren darfst. Für Websites mit regelmäßigen Änderungen sichern wir mindestens täglich, Datenbanken bei Shops häufiger.

Wo sollten die Sicherungen liegen?

Auf einem anderen System, am besten an einem anderen Ort. Die Ubuntu-Dokumentation rät, wichtige Sicherungen außerhalb des Standorts aufzubewahren.

Wie prüfe ich, ob mein Backup funktioniert?

Indem du es regelmäßig auf einem Testsystem zurückspielst und prüfst, ob Dateien, Datenbank und Website vollständig sind.

Noch eine Frage offen?

In der gratis Sprechstunde beantworten wir Fragen zu SEO live, jeden ersten Samstag im Monat um 18 Uhr. Oder du rufst einfach an.

Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.

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